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Internet als Ozean

von Anton und Marian

Wir haben uns dazu entschieden, den Aspekt „Datensammlung“ darzustellen. Unsere ursprüngliche Idee beziehungsweise grundsätzliche Metapher war, das Internet dabei als Ozean aufzufassen. In diesem (riesigen) Ozean „schwimmen“ Daten umher, die in unserem Modell durch gewöhnliche, kleine Fische repräsentiert werden. Durch die Metapher des Ozeans sollen mehrere Eigenschaften des Internets beschrieben werden: Zum einen kann man das Internet als eine eigene Welt auffassen, in die man als Nutzer „eintauchen“ kann. Zum anderen bedecken die Weltmeere weitaus mehr Fläche als Festland die Erdoberfläche einnimmt. Dadurch soll die enorme Bedeutung des Internets, das die ganze Welt umfasst und Großteile davon „durchströmt“ abgebildet werden.

Die kleinen Fische sollen, wie bereits erwähnt, die Daten symbolisieren, die Nutzer im Internet (unweigerlich) hinterlassen, wenn sie in dieses „eintauchen“. Diese Daten werden sowohl von den „großen“ Playern beziehungsweise Internetkonzernen aus dem Internet / Ozean „herausgefischt“ als auch von den „kleineren“ Unternehmen. Die „großen“ Player sind in unserem Modell Google und Facebook, repräsentiert durch das große Fischerboot. Es ist bekannt, dass diese großen Mengen an Nutzerdaten abspeichern und analysieren und natürlich für ihre Zwecke weiterverwenden. Dadurch eignet sich die Metapher des Fisches, der von den Fischern „ausgenommen“ wird, das brauchbare bleibt übrig und wird weiterverarbeitet, zum Beispiel an andere Konzerne verkauft. Die „kleineren“ Unternehmen werden in unserem Modell durch das gelbe Schlauchboot dargestellt, das lediglich eine Angel hat, um die Daten / Fische aus dem Internet / Ozean „herauszufischen“. Facebook und Google haben weitaus größere Kapazitäten und Möglichkeiten als „kleinere“ Konzerne, die Nutzerdaten aus dem Internet „herauszufischen“. Dieser Umstand soll durch die unterschiedliche Größe und Art der Boote, sowie die unterschiedliche Technik des „Fischens“ veranschaulicht werden. Ein Beispiel für einen solchen „kleineren“ Konzern könnte beispielsweise ein Unternehmen sein, dass über das Internet Kleidung verkauft. Auch solche Unternehmen verwenden die Daten, die Nutzer / Kunden auf ihrer Seite hinterlassen beziehungsweise angeben müssen, jedoch nicht in solch einem Umfang, wie das die beiden „großen“ Player tun.

Das Fischskelett, das auf dem Boden des Ozeans liegt ist eine Metapher für Daten, die Nutzer in den Tiefen des Ozeans / Internets hinterlassen haben, die nicht (mehr) verwendet werden (von Konzernen / Hackern). Sie werden zwar nicht (mehr) verwendet sind aber nach wie vor da, denn wie es so schön heißt: das Internet vergisst nie und so liegen sie dort auf dem Grund des Meeres, ohne das sich jemand für sie interessiert.

Der Hai symbolisiert Hacker. Wir haben uns für diese Metapher entschieden, weil er selbst Teil des Internets ist, selbst in den Ozean „eintauchen“ muss, um an Daten von Nutzern zu gelangen. Die kriminelle, bedrohliche Eigenschaft der Hacker soll durch den Hai verdeutlicht werden. So fürchten wir uns häufig vor einem Haiangriff, wenn wir im Meer schwimmen. Die Analogie ist das wir uns möglicherweise vor einem Hackerangriff fürchten, wenn wir ins Internet „eintauchen“.

Wir hinterlassen Daten in den Tiefen des Internets / Ozeans, jedes Mal, wenn wir in dieses eintauchen. Viele dieser Daten (wenn nicht alle) werden „herausgefischt“ und zu Zwecken verwendet, von denen wir häufig nichts wissen, die uns vielleicht nicht einmal interessieren. Wir nehmen diesen Umstand in Kauf, weil wir das Internet ja weiterhin benutzen wollen. Eine Welt ohne das Internet wäre für viele Menschen (wenn nicht alle) heute unvorstellbar. Unternehmen wie Google und Facebook haben einen solchen scheinbar unumschränkten Zugriff auf unsere Daten, weil sie diejenigen sind, die die Nutzungsbedingungen festlegen. Wir müssen diesen zustimmen, um auf ihre Dienste zugreifen zu können, und weil wir den Komfort, die Vorzüge, die diese bieten so sehr schätzen, nehmen wir das in Kauf. Eine einfache Nutzen-Kosten Abwägung, die Unternehmen wie Google und Facebook zu den größten Fischerbooten, mit den größten Fangnetzen hat werden lassen, die auf diesem Ozean schwimmen und von ihm profitieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie jedes Modell ist auch unser analoges Internet Modell eine komplexitätsreduzierende  Vereinfachung der Realität. So mussten wir in unserem Modell beispielsweise Abstriche machen bei der Bedeutungsgebung der Fische. Vorerst war angedacht, die Fische als Internetnutzer und Daten darzustellen, haben uns jedoch letztendlich ausschließlich für Daten entschieden. Wenn die Fische auch Nutzer dargestellt hätten, hätte man den Bezug zur quasi Unsichtbarkeit der Schiffe (der Unternehmen) machen können. Denn da die Schiffe nur an der Oberfläche sind, zeichnet sich gewissermaßen nur ein Schatten für den Nutzer unter Wasser ab und dieser weiß gar nicht so genau inwieweit die Unternehmen wie Facebook oder Google mit den jeweiligen Daten agieren. In unserem Modell neigt man ergo eventuell dazu den Fischen mehrdeutige Bedeutung zu geben. Auf Grund unserem Modellaufbau war es uns jedoch nicht möglich Nutzer und Daten getrennt und schlüssig unterzubringen. Nutzer werden dadurch nur indirekt dargestellt durch die Daten, die sie im Internet hinterlassen

Um den Einfluss von Facebook und Co zu symbolisieren, haben wir einige Bilder aus der Froschperspektive geschossen. Dadurch wirkt das Schiff bedrohlicher für unsere Daten, welche ständig im Datenpool bzw. Datenmeer verfügbar sind und herausgefischt werden könnten. Jüngstes Beispiel für das (unerlaubte) Nutzen von Daten der Internetnutzer ist der Facebook-Skandal (April, 2018). Auch bekannt als Cambridge-Analytica-Skandal von dem circa 87 Millionen Nutzer betroffen sein sollen. Der Bezug unseres Modells zu aktuellen Geschehnissen ist somit definitiv gegeben, auch wenn wir uns nicht explizit auf den Cambridge-Analytica-Skandal beziehen wollen.

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