digidentity

Selbstreflexion über digitale Visualisierung

1. Zugang zu den Daten
Anders als eine eintönige Tabelle mit gedrängten statistischen Angaben haben Daten im Form von digitaler Visualisierung ein viel mehr schönes Aussehen, sodass, sowohl Forscher mit gebundener Kompetenz und Bedürfnis als auch normale Bürger mit Amüsement als Hauptzweck beim Internetsurfen, die Interesse, die Daten anzugucken. (Zumindest, als ich den Text Instagram City auf Englisch, eine Fremdsprache die sogar noch schlechter als mein Deutsch ist 〒▽〒, gelesen habe, wurde ich von den Bildern sehr begeistert und möchte weiterlesen.) Eine neue und gutaussehende Form hat dem Leser einen wichtigen Zugang zu den Daten angeboten, bevor sich die Funktionen der Daten an den Lesern verwirklichen können.

 

2. Begreifen der Daten
Die visualisierten Analyse passen sehr gut auf Fotosdaten. Wie Instagram City oder Cover Averages in Robots Reading Vogue zeigen, der Farbton sowie die Konstruktion des Zeitschriftumschlags werden schwierig, oder mindestens nicht eindeutig, durch nummerische Angaben präsentiert. Die Visualisierung hat das Problem gelöst. Wo im Bild am dunkelsten oder wo die Fläche am größten, ist da eine Mehrheit von Daten. Mit x und y oder sogar z-Achse (in einer 3D-Illustration) werden Angeben in vielfältigen Dimensionen dargestellt. Wie Moritz erwähnte, die große Zusammenhänge werden veranschaulicht. In Voyant Tools bekommt man unter TermsBerry den Kontext zwischen Wörtern im Beitrag. Die Wörter, die meistens hintereinander geschrieben werden, erscheinen die identische Farbe im „Berry“. Digitale Visualisierung machen die Eigenschaften der Information in großer Menge leicht erkennbar und verstehbar.

Ein Beispiel von TermsBerry in Voyant

 

3. Sinn vom digital Humanities
Im Alltagsleben spielen die digitale Daten schon eine Rolle. In Instagram werden Fotos, die einen Standort besitzen, in einer Landkarte zusammengefasst. Dann erfahren andere Leute eine kostenlose, ebenfalls besser auf Freundkreis passende Reiseanleitung. Durch die absolute Häufigkeit vom lächelnden Gesicht erkennt man im Ganzen den kulturellen Unterschied.

Im wissenschaftlichen Gebiet: Ich habe gelesen, dass viele Forscher digitale Textanalyse in Redology verwenden. Die letzten 40 Kapitel von dem bekanntesten chinesischen Roman „Der Traum der Roten Kammer“ werden immer nicht nachgewiesen, von wem sie verfasst wurden. Die Textanalyse-Instrumente wie Voyant liefern eine neue Perspektive zum Redology. Man kann möglich durch vergleichbare Worthäufigkeit und Nutzungsverbindung der Wörter wissen, ob diese 40 Kapitel auch von Cao Xueqin, der der Autor von den ersten 80 Kapitel ist, geschrieben wurden.

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1 Kommentar

  1. Anton 13. Mai 2018

    „alt“ und „neu“

    Bei der Frage nach dem grundlegenden Unterschied zwischen „alten“ und „neuen“ Fotos kam mir zuallererst schwarz/weiß vs. farbig in den Sinn. Doch im nächsten Moment verwarf ich diesen Gedanken auch schon wieder. Denn heute werden viele Fotos im Nachhinein mit einem schwarz/weiß Filter bearbeitet. Früher hatte man erst gar nicht die technischen Möglichkeiten eine farbige Aufnahme zu machen. Heute verzichtet man zum Teil freiwillig darauf. Doch warum ist das so? Warum gibt es auch heute noch so viele schwarz/weiß Fotos. Es gibt wahrscheinlich nicht nur den einen Grund. Manch einer findet es vielleicht einfach ansprechender, wenn ein Foto in schwarz/weiß erscheint. Ein anderer möchte damit möglicherweise seiner derzeitigen Gefühlslage Ausdruck verleihen, wieder ein anderer einen bestimmten Stil aufgreifen. Ich selbst weiß gar nicht so genau, warum ich manche Fotos lieber in schwarz/weiß habe als in Farbe. Es sieht bei den jeweiligen Fotos vermutlich einfach „besser“ aus, vermittelt die Stimmung „besser“, erinnert vielleicht auch an „alte“ Fotos und nimmt somit deren nostalgischen Charakter an.
    Wenn es also nicht das Merkmal schwarz/weiß vs. farbig ist, das den grundlegenden Unterschied zwischen „alten“ und „neuen“ Fotos ausmacht, was ist es dann? Möglicherweise ja die Ästhetik, das was als schön wahrgenommen wird. Aber kann man wirklich sagen, dass sich diese Ansichten über die Jahre so drastisch geändert haben? Nimmt man das Beispiel social-media, dann kommt man eventuell zu dem Schluss: Ja! Hätten Menschen, die vor 100 Jahren gelebt haben, eine Aufnahme eines Schreibtischs von oben als schön erachtet? Wahrscheinlich nicht. Instagram ist voll von solchen Fotos. Allerdings findet das auch heute bei weitem nicht jeder ästhetisch.
    Neben der Ästhetik hat sich auch der Zweck geändert, oder es kam immerhin ein Aspekt hinzu. Vor 100 Jahren hatte man noch kein Instagram, kein Facebook, kein Snapchat. Die Möglichkeit zur Selbstvermarktung und Selbstdarstellung war bei Weitem nicht in dem Maße gegeben, wie das heute der Fall ist. „Influencer“ sind zu Botschaftern ihrer eigenen Fotos geworden, verdienen damit Geld, genau wie Firmen mit Werbeplakaten. Mit dem Unterschied, dass sie Werbeplakate von sich selbst erschaffen, selbst zum Produkt ihrer Ein-Mann/Frau-Firma geworden sind.
    Doch nicht alles ist Selbstdarstellung und Vermarktung, auch heute nicht. Nach wie vor werden Fotos gemacht um sich zu erinnern, an besondere Momente im Leben, Momente, die man festhalten will.
    Der technische Fortschritt hat dazu geführt, dass jeder in jedem Moment blitzschnell ein paar hundert Fotos machen kann und sie ebenso blitzschnell mit der ganzen Welt teilen kann. Man muss nur sein Smartphone zücken und mit dem Finger den Auslöser berühren. Weitere zwei bis drei Klicks später kann alle Welt den ofenfrischen Schnappschuss bewundern. Dadurch haben Fotos möglicherweise auch etwas an ihrer Bedeutung verloren. Früher wurden weniger Fotos gemacht, von denen dann jedes einzelne auch noch etwas gekostet hat. Somit war jedes einzelne vielleicht in dem Moment auch mehr wert, allein schon aus reinen Kostengründen. Wenn ich heute die Fotos auf meinem Smartphone durchgehe, erscheint mir die Hälfte wahrscheinlich als nicht besonders wertvoll. Aber immerhin kann ich mit den anderen 50 Prozent etwas anfangen.

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