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Von „Helping hands“ und mehr

Artist Statement –

von Pauline Knappschneider 

Das Internet sind unsere „helping hands“ des Alltags. Bei allen möglichen Fragen oder Problemen steht einem das Internet stets mit zahlreichen, mehr oder weniger hilfreichen Ratschlägen zu Seite. Es ist uns zur Gewohnheit geworden jede Unwissenheit einfach und bequem zu „googlen“, anstatt umständlich durch Lexika zu blättern oder selbst eine Lösung für ein Alltagsproblem zu suchen. Egal wann, egal wo, das Internet steht einem heutzutage (fast) immer zur Verfügung und hat sich somit zum neuen, wichtigsten Werkzeug des Alltags entwickelt.

Außerdem bietet das Netz uns die Möglichkeit, uns mit unseren Freunden in Kontakt zu setzen oder neue Freundschaften zu schließen. Neben dem Sprechen, sind unsere Hände ein wichtiger Teil der menschlichen Kommunikation. Non-verbal werden durch Handbewegungen Botschaften an Andere vermittelt, sowie über das Internet Botschaften anhand von Symbolen versendet werden. Die Intimität, die im realen Leben durch körperlichen Kontakt (wie zum Beispiel der Hände) vermittelt wird, ist im Internet einerseits durch die Existenz einer Community von Gleichgesinnten, andererseits durch Anonymität gewährt. Wir fühlen uns frei alles von uns preiszugeben, ohne dass Andere, aufgrund von äußerlichen Merkmalen über uns urteilen.

Trotz alldem ist das Netz kein durchweg positiver Raum. Wie im realen Leben auch, verleihen wir Jedem, dem wir persönliche Informationen anvertrauen Macht über uns, die missbraucht werden kann. Eine Hand kann einen wegstoßen oder mit dem Finger auf einen zeigen und bloßstellen, aber sie kann einen auch locken. So existieren im Netz etliche Gefahren, wie Cyber-Mobbing oder Kriminalität in den Tiefen des Darknets.

Von der Idee zum Modell

Das Internet hat viele Facetten, ist deutungsreich und viel zu flexibel um es mit nur einem festen Gegenstand zu vergleichen. Genau deshalb habe ich versucht, eine Metapher zu wählen, die mit ebenso vielen Facetten einen weiten Interpretationsspielraum birgt. Ziel war es außerdem, das Internet zu „vermenschlichen“ und es auf einer Ebene mit uns selbst und unseren Mitmenschen darzustellen. Deshalb bot es sich an, das Internet in Form eines Körperteils zu visualisieren. Die Hände sind symbolreich und Medium unserer Gestik, mit der wir Verschiedenstes nonverbal kommunizieren. Trotz der starren Form des Gipsabdrucks, lassen sich durch die unterschiedlichen Perspektiven der Fotos, verschiedene Gesten und somit auch unterschiedliche Deutungsperspektiven darstellen.

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