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„90%“ – Abschlussprojekt

„90%“ von Moritz Klose.

„Was wir sehen ist nur ein kleiner Teil dessen, was es wirklich ist.“ – aus dem Internet.

„Die Spitze“ oder: Das Surface Web

In einem großen, weiten Meer schwimmt ein einsamer, riesiger Eisberg. Durch die Strömung stark beeinflusst und immer in Bewegung ist der Gigant einer stetigen Veränderung ausgesetzt. Eines bleibt jedoch immer gleich: nur seine weiße Spitze ragt aus den Fluten.

„Unter der Oberfläche“ oder: Das Deep Web

Der untere Teil des Eisberges ist unsichtbar. Er ist versunken und verborgen in der Tiefe des Meeres. Während die Eisbergspitze noch leicht zugänglich ist, lässt sich alles unter der Oberfläche nur erahnen. Das weite Netz aus verworrenen Verbindungen aus Eis geben dem Berg eine Struktur. Solange man dazu gewillt ist, in das kalte Wasser einzutauchen, steht es einem frei diese zu erforschen.

„Verloren (?) in der Dunkelheit“ oder: Das Dark Net

Will man noch tiefer in die Dunkelheit und es wagen, den untersten Teil des Kolosses zu erkunden, reichen normale Methoden nicht mehr aus. Hierher, wo Licht und Schatten zu einer Grauzone verschmelzen, verschlägt es nicht viele. Nun zeigt der Eisberg seine wahre Größe, die man als normaler Besucher nicht erahnen kann.

Der kreative Prozess.

Die dreigliedrige Collage „90%“ ist der letztendlich sichtbare Teil eines kreativen Schaffensprozesses. Ein Schaffensprozess, bei dem ich versuchte habe, sowohl auf visueller Ebene als auch auf Textebene die Metapher „Das Internet als Eisberg“ voll auszunutzen.

Durch meine Orientierung an ein dreigeteiltes Web, konnte ich Fragen einen Raum geben, die mich persönlich sehr beschäftigen:

Wie ist das Internet in seiner schier unendlichen Größe überhaupt aufgebaut?

Wie tief kann man gehen, ehe es gefährlich für einen wird?

Sind meine Möglichkeiten vielleicht begrenzt und was gibt es alles noch zu entdecken?

Wie verändert sich das Internet und verändert es vielleicht auch uns?

Und bin ich bereit, das Wagnis einzugehen und „tiefer zu tauchen“?

Um den Eisberg mit seinen unterschiedlichen Schichten für den Betrachter sichtbar darzustellen, reichte ein Bild nicht aus. So musste ich vom ursprünglichen Plan abweichen, den mit zur jeweiligen Schicht passenden Web-Logos verzierten Eisberg nur im Wasser schwimmen zu lassen. Mit einer Glasplatte als Wasserersatz war zumindest die Schwierigkeit überwunden, dass der Eisberg trotz Beschwerung nicht richtig untertauchen wollte. Eine Bild des gesamten Modells ließ schließlich auch die Logos deutlicher für den Betrachter werden. Die beigefügte, mit Metaphern und Adjektiven gespickte Geschichte über den Eisberg soll dem Betrachter zudem helfen, seine eigenen Schlüsse aus dem Kunstwerk zu ziehen und eventuell Antworten zu den Fragen zu finden, die das Bild aufwirft.

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