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Mr. Nobody

Die Sitzung über den Hypertext ist schon seit langem vorbei, trotzdem will ich darüber ein bisschen Gedanken machen, nachdem ich zufällig den Film >>Mr. Nobody<< angeschaut habe.

>>Mr. Nobody<< ist ein Science-Fiction-Liebesfilm von dem belgischen Regisseur Jaco Van Dormael, der auch das Drehbuch verfasst hat. Die Premiere wurde im Jahr 2009 vorgeführt. Im Internet habe ich bisher keine Filmkritik gefunden, die diesen Film als einen Hypertextfilm betrachtet.

Nemo Nobody ist die einzige Person auf dem Mars, die im Jahr 2090 immer noch ein natürlicher Mensch mit begrenzter Lebensdauer ist. Die anderen interessieren sich für Nemos Biografie, deswegen wird er hypnotisiert, damit seine Erinnerung hervorgerufen wird. Nemo kann über die Zukunft vorhersagen. Mit dieser Kompetenz sieht er den Unfall, in dem sein Vaters Auto eine unbekannte Frau umgebracht hat. Wegen des Unfalls kommt Nemos Vater einfach nicht mehr hoch, zugleich hat seine Mutter Eskapaden. Die Ehe ist seitdem in die Brüche gegangen. Am Bahnhof muss Nemo entscheiden, mit welchem Elternteil weiter zu leben. Ab sofort hat der 9-jährige Nemo zwei wesentlichen Zweige des Lebens, nämlich das Leben mit seiner Mutter und mit seinem Vater.

 

Nemo stellt zuletzt fest, dass die Welt auf dem Mars nur seine Illusion ist, die am Bahnhof während der Trennung seiner Eltern entsteht. Deshalb entscheidet sich, auf den eigenen Weg zu gehen und erhält endlich das Glück mit Anna.

Als ich den obenstehenden Querschnitt zusammengefasst habe, habe ich gemerkt, dass ich häufig die Wörter „zufällig“ und „begegnen“ im Kopf habe. Der Film hat viel mit dem Schlagwort „Zeit“ und  „Gelegenheit“ zu tun, so wie den Hypertextfiktion >>Der Garten der Pfade die sich verzweigen<< von Borges Jorge Luis. Der Regisseur versucht mit der parallele Zeit darzustellen, dass jede Entscheidung im Leben eine große Rolle spielt und führt zu einem neuen Story. 

Jedoch ist der Film >>Mr. Nobody<< etwas differenziert als eine reine Hypertextfiktion, weil nur der dritte Zweig, nämlich, laut dem Nemo weder mit dem Vater noch mit der Mutter weiterlebt, real ist. Die erst zwei Zweige waren ausschließlich Nemos Annahmen, bevor er seine Entscheidung trifft.

Als ich den Film angesehen habe, war ich total verwirrt, obwohl wir schon die Erfahrung mit dem Hypertext haben.  Ich würde sehr gern eure Meinungen dafür bekommen, ob die Geschichte dieses Films zur Hypertextfiktion rechnen darf?  🙂

 

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