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now and then.

Ich habe zum Thema „Bild: alt vs. neu“ zwei selbstgemachte Fotografien mitgebracht.

Ich muss gleich vorneweg sagen, dass das zweite nicht dem ästhetischen „poetic design“ Trend entspricht und werde gleich erzählen, wieso das meiner Meinung nach so gekommen ist.

Ich selbst habe früher unheimlich gerne fotografiert und mir dafür auch gerne die Zeit genommen

Der große Unterschied in der Art und Weise, wie ich Bilder gemacht habe, zeigt vielleicht schon worauf ich hinaus möchte. Vor allem im Urlaub, auf Reisen oder aber auch am Geburtstag habe ich fotografiert (weil es ein besonderes Ereignis war, dass ich festhalten wollte). Diese Fotos habe ich für meine Familie, meine besten Freundinnen oder für mich gemacht – nicht aber jedoch für eine Instagram- oder Facebook Community.

Wenige Jahre später hat sich das Ganze dann geändert. Man hat angefangen für Facebook und seine Facebook-Freunde Bilder zu schießen. Man schoss Fotos von Erinnerungen, die man festhalten wollte, um sie später anderen zeigen zu können.

Ich, für meinen Teil, habe ab dem Zeitpunkt nicht mehr so gerne Bilder gemacht, weil es irgendwie eine Art Zwang geworden war. Und deshalb habe ich als mein zweites Bild, ein Verwackeltes genommen, um zu zeigen, dass die Leidenschaft und die Zeit, die man sich früher beim Bilder machen, genommen hat irgendwie verloren gegangen ist.

Natürlich hätte hier genauso gut ein schönes und ästhetisches Bild von Instagram sein können (die ich übrigens auch mache:D). Aber das zeigt nicht, was ich ausdrücken wollte. Nämlich, dass das Fotosmachen heutzutage scheinbar kein freiwilliger Akt mehr ist, sondern fast schon von der Gesellschaft gefordert wird (vielleicht ein wenig zugespitzt ausgedrückt).

Was meint ihr dazu? Macht ihr heutzutage Bilder nur für euch, oder damit sie von anderen gesehen werden?

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1 Kommentar

  1. Alina N 11. Mai 2018

    Ich stimme dir zu, dass oft ein innerer Druck herrscht, von einem Motiv jetzt ein gutes Bild zu schießen, weil das sicher toll für Instagram oder eine andere Plattform wäre. Man ist enttäuscht, wenn das Bild dann nicht so herauskommt, wie man erwartet und gehofft hatte. Und natürlich kann man es dann nicht posten, was die Enttäuschung noch ansteigen lässt.

    Gerade weil dadurch die Freude am Fotografieren leicht schwindet, poste ich nicht mehr viel online. Ich versuche bewusst, Motive festzuhalten, die MIR gefallen, die vielleicht auch persönlicher sind, und die dann eben nicht auf Instagram hochgeladen werden, sondern vielleicht „nur“ einer Freundin geschickt werden.

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